Das erste Problem mit meinem geliehenen Teleskop war ziemlich simpel: Es waren keine Okulare dabei. Also begann ich zu recherchieren, welche sich für den Einstieg eignen. Allerdings wollte ich mich nicht stundenlang mit dem Thema beschäftigen – ich wollte das Teleskop schließlich möglichst schnell ausprobieren.

Deshalb entschied ich mich für ein verstellbares Zoom-Okular mit einer Brennweite von 7 bis 21 mm. Mir war bewusst, dass das nicht die perfekte Lösung ist. Für den Einstieg war es aber genau das Richtige, denn so konnte ich direkt loslegen und verschiedene Vergrößerungen ausprobieren, ohne gleich mehrere Okulare kaufen zu müssen.

Worauf ihr beim Kauf achten solltet

Bevor ihr ein Okular kauft, solltet ihr den Durchmesser des Okularauszugs eures Teleskops kennen. Bei meinem geliehenen Teleskop beträgt dieser 1,25 Zoll. Es gibt aber auch Teleskope mit einem 2-Zoll-Okularauszug. Das Okular muss natürlich zum Teleskop passen.

Wie berechnet sich die Vergrößerung?

Oft wird von der Brennweite des Okulars gesprochen. Eigentlich interessant ist aber die Vergrößerung. Diese berechnet ihr ganz einfach:

Brennweite des Teleskops ÷ Brennweite des Okulars = Vergrößerung

Hat euer Teleskop zum Beispiel eine Brennweite von 650 mm und ihr verwendet ein 10-mm-Okular, ergibt sich:

650 mm ÷ 10 mm = 65-fache Vergrößerung

Je kleiner die Brennweite des Okulars ist, desto höher ist also die Vergrößerung. Gleichzeitig wird aber auch der sichtbare Himmelsausschnitt kleiner. Gerade am Anfang ist das eher ein Nachteil, weil sich Objekte dadurch schwerer finden lassen.

Deshalb empfehle ich für den Einstieg eine größere Okularbrennweite, zum Beispiel 21 mm. Nutzt ihr ein Zoom-Okular, stellt ihr es zunächst einfach auf die größte Brennweite ein. So seht ihr einen größeren Bereich des Himmels und könnt Sterne, Planeten oder andere Objekte deutlich leichter finden.

Das scheinbare Gesichtsfeld

Neben der Brennweite spielt auch das sogenannte scheinbare Gesichtsfeld eine wichtige Rolle. Das beschreibt, wie groß der Bereich wirkt, den ihr durch das Okular sehen könnt.

Mit diesem Thema habe ich selbst noch nicht besonders viele Erfahrungen gesammelt. Was ich aber bereits gelernt habe: Günstige Okulare besitzen oft ein Gesichtsfeld von etwa 45 bis 55 Grad. Dadurch wirkt das Bild etwas enger, als würde man durch ein kleines Fenster schauen.

Hochwertigere Okulare bieten größere Gesichtsfelder und sorgen dadurch für ein deutlich angenehmeres Beobachtungserlebnis. Ich habe mir zusätzlich ein 9-mm-Okular mit einem Gesichtsfeld von 68 Grad bestellt. Es gilt als sehr gutes Budget-Okular und bietet für den Preis eine Menge Leistung. Da ich zu Beginn nicht zu viel Geld investieren möchte, ist das für mich ein guter Kompromiss.

In der Mittelklasse findet man häufig Okulare mit 82 Grad Gesichtsfeld. Diese kosten je nach Hersteller meist zwischen 150 und 200 Euro. Wer noch mehr möchte, kann sogar zu 100-Grad-Okularen greifen. Diese bieten ein beeindruckend großes Sichtfeld, kosten aber oft rund 500 Euro oder mehr.

Für meinen Einstieg reicht die günstigere Variante vollkommen aus. Später kann ich immer noch auf hochwertigere Okulare umsteigen.

Fazit

Das Okular gehört zu den wichtigsten Bestandteilen eines Teleskops und hat einen großen Einfluss darauf, wie angenehm das Beobachten ist. Welche Modelle sinnvoll sind, hängt vom Budget und vom Einsatzzweck ab.

Für den Einstieg reicht oft ein günstiges Okular mit einer größeren Brennweite, um einen guten Überblick am Himmel zu bekommen und Objekte leichter zu finden. Wer später mehr Details erkennen möchte, sollte über ein hochwertigeres Okular mit etwa 82 Grad Gesichtsfeld und einer Brennweite zwischen 6 und 9 mm nachdenken. So holt ihr aus eurem Teleskop noch deutlich mehr heraus.

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